Newsletter 04/2020
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Rausgehen, einmischen und gemeinsam die Zukunft von Stadt und Region gestalten (Bild: Thomas Rustenmeyer für das Planspiel »Zukunft Leonhardsvorstadt« der Landeshauptstadt Stuttgart)

Liebe Freundinnen und Freunde der IBA’27,

knapp zwei Jahre nach dem Start der Projektsammlung hat die Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA’27) einen wichtigen Schritt vollzogen: Ende Juli 2020 konnten wir die 13 ersten offiziellen IBA’27-Projekte vorstellen, weitere folgen in den kommenden Monaten und Jahren. Mit der Benennung dieser Projekte wird die Geschichte erkennbar, die die IBA’27 erzählt. Der rote Faden ist die produktive Stadt mit dicht bebauten und lebendigen Quartieren.

Die ersten Projekte machen zudem das Wesen der IBA’27 als Prozess sichtbar. Die IBA »kommt« nicht 2027 in die Region Stuttgart – IBA ist schon jetzt. Wir veranstalten keinen Schönheitswettbewerb, bei dem am Ende die zehn hübschesten Häuser eine Medaille bekommen. Es geht vielmehr um die gemeinschaftliche Suche nach neuen Wegen in die Zukunft des Bauens. Dabei verstehen wir als IBA-Team uns als Partner der Projektträgerinnen: Wir vernetzen und unterstützen, inspirieren und liefern Ideen, hinterfragen kritisch, schaffen Öffentlichkeit und machen Mut.

Wie so oft führt nur ein guter Weg sicher auf den hohen Gipfel. Die jetzt benannten ersten IBA’27-Projekte sind bereit, gemeinsam mit der IBA die ausgetretenen Pfade zu verlassen. Die Stadt Backnang beispielsweise, die kürzlich für das Quartier Backnang West einen internationalen städtebaulichen Wettbewerb ausgeschrieben hat, hat mit der IBA’27 ein neues Verfahren zur Auswahl der Wettbewerbsteilnehmer getestet – und stieß auf riesige Resonanz. Die Gemeinde Salach hat sogar ein bereits laufendes Verfahren für das künftige Quartier Mühlkanal unterbrochen, um mit der IBA’27 und drei internationalen Architektur- und Landschaftsarchitekturteams noch einmal grundsätzlich den Städtebau zu klären, der jetzt Grundlage für einen Bebauungsplan ist.

Vorbildliche Planungsprozesse stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Neben internationalen Wettbewerben gehören dazu auch Bürgerbeteiligungsformate, die weder Wunschkonzert noch Nimby-Plattform sind, sondern eine ernst gemeinte bürgerschaftliche Begleitung des gesamten Planungs- und Bauprozesses, von den ersten Ideen bis zum Bezug. Dass es mit guten Ideen und guter Steuerung gelingen kann, mit den Menschen vor Ort lustvoll Zukunft zu gestalten, das wollen die aktuell gestarteten Beteiligungsverfahren zur Leonhardsvorstadt Stuttgart und zum Postareal Böblingen beweisen.

Das alles erfordert Mut, Geduld, Zeit – und Flexibilität. Denn über die Jahre werden sich die Rahmenbedingungen immer wieder ändern, manchmal unerwartet drastisch, wie wir aktuell durch Corona lernen. Aber auch außerhalb akuter Krisen gilt: »Stadt« ist nie fertig, sondern permanent im Wandel. Wir brauchen also Städte und Häuser, die sich anpassen: Parks, die bei Starkregen zu Überflutungsflächen werden. Parkhäuser, die heute vielleicht noch benötigt werden, die später aber zu Wohnungen, Büros, Kulturorten werden. Wohnungen, die wachsen und schrumpfen, je nach Lebensphase. Bis hin zu Baumaterialien, die sich selbst an unterschiedliche Umweltbedingungen anpassen, wie sie die Universität Stuttgart mit ihrem Adaptiven Demonstrator-Hochhaus nun erprobt.

2027 wollen wir Bauwerke zeigen, die regional wie international relevant sind, daran wird man uns richtigerweise messen. In diesem Sinne ist die IBA auch eine Leistungsschau der Architektur. Es geht dabei aber nicht um Lifestyle-Häuser oder vermeintliche Leuchttürme, mit denen wir kurzfristig die internationale Kulturagenda erobern. Es geht vielmehr um widerstandsfähige Gebäude, Quartiere und Städte, die auch in eine weite Zukunft hinein ihre Stärke behalten und Antworten auf konkrete Herausforderungen und Themen dieser Region liefern. Ich bin fest davon überzeugt, dass gute Architektur aus guten Prozessen entsteht, aus Konsens und der Offenheit gegenüber künftigen Anforderungen. Am Ende sind es daher vielleicht vor allem die Verfahren, die die IBA’27 stark machen – und hinter dem technischen Wort Verfahren steht ja nichts anderes, als der zielorientierte Dialog mit Fachleuten verschiedener Disziplinen, den Menschen vor Ort und Ihnen.

Ihr

Andreas Hofer
Intendant

Bild: Franziska Kraufmann

Pressekonferenz

Erste IBA’27-Projekte vorgestellt

Am 27. Juli 2020 war es soweit: Der Aufsichtsrat der IBA-Gesellschaft hat die ersten 13 IBA’27-Projekte ernannt. Unter den vielversprechenden Vorhaben sind mehrere großflächige ehemalige Industrieareale, die zu gemischten Stadtvierteln für Wohnen und Arbeiten umgestaltet werden sollen. Ambitionierte Umbauvorhaben bestehender innerstädtischer Quartiere finden sich ebenso auf der Liste wie auch ein experimentelles Gebäude zur Erforschung neuer Baumaterialien.

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Bild: IBA'27 / Tobias Schiller

Wettbewerb

24 internationale Büros entwerfen Pläne für das IBA’27-​Projekt »Quartier Backnang ​West«

Die Teilnehmer für den städtebaulichen Wettbewerb »Quartier Backnang West« stehen fest. In einem anonymen Auswahlverfahren hat eine Jury aus 103 eingereichten internationalen Bewerbungen 18 vielversprechende Büros ausgesucht. Zusammen mit sechs weiteren eingeladenen Büros entwickeln sie bis Januar 2021 Entwürfe für ein lebenswertes und zukunftsfähiges neues Stadtquartier auf dem vormals industriell genutzten Areal am Rand der Backnanger Altstadt.

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Bild: Giacinto Carlucci

Projektpartner

Gemeinde Salach sucht Partner für das IBA’27-Projekt »Quartier Mühlkanal«

Die Gemeinde Salach im Landkreis Göppingen plant auf dem Areal der ehemaligen Textilfabrik Schachenmayr ein lebendiges Quartier für rund 800 Bewohner. Auf dem über 25.000 Quadratmeter großen Gelände entsteht Arbeits- und Wohnfläche mit viel Platz für ökologische, gemeinwohlorientierte und kreative Nutzungen.

Die Gemeinde wünscht sich für die Realisierung des »Quartier Mühlkanal« Partner, die das Projekt mit voranbringen und investieren.

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Bild: Ferdinando Iannone

Beteiligung

Planspiel »Zukunft Leonhardsvorstadt«

Von August bis Dezember 2020 findet eine Bürgerbeteiligung für das IBA’27-Projekt »Leonhardsvorstadt/Züblinareal« in Stuttgart statt. Unter dem Motto »Zukunft Leonhardsvorstadt« wird ein Planspiel durchgeführt. Es richtet sich an alle, denen das Quartiersprojekt am Herzen liegt. Bereits am 17. August startete das Planspiel mit einer Online‐Umfrage.

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Bild: BBG / Günter E. Bergmann - Photography

Beteiligung

Ideen für das »Postareal Böblingen«

Für das Postareal in Böblingen wird ein urbaner Mix mit vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten gesucht – als hochverdichteter Stadtbaustein. Mit dieser Vorgabe startet die Böblinger Baugesellschaft (BBG) jetzt einen vielfältigen Planungs- und Beteiligungsprozess, an dem die Bürgerschaft aktiv mitwirken kann. Gemeinsam soll entwickelt werden, was auf dem Areal entsteht.

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Bild: CC0 / Public Domain

Online-Kurs

»Die digitale Stadt gemeinsam gestalten«

Die IBA’27-AG »Smart City – Digitalisierung, Ethik und Beteiligung« hat in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) den E-Learning-Kurs: »Unsere smarte Stadt« erarbeitet. Vom 13.11. bis 11.12.20 bringt dieser Bürger und weitere kommunale Akteurinnen darüber ins Gespräch, wie digitale Technologie den sozialen Zusammenhalt stärken kann.

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Bild: Ministerium f. Wirtschaft, Arbeit u. Wohnungsbau

Förderaufruf

Ideenpool »Innovativ Wohnen«

Das Land Baden-Württemberg hat im Programm »Innovativ Wohnen BW« einen Förderaufruf für experimentelle und modellhafte Wohnprojekte gestartet. Ziel ist eine Ideensammlung zum Wohnen der Zukunft. Förderanträge können noch bis 19.10.20 eingereicht werden.

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Bild: Pixabay

Projektaufruf

»Post-Corona-Stadt«: Ideen für eine resiliente Stadt

In der Corona-Krise scheint vielerorts das Bewusstsein für das Gemeinwesen, staatliche und persönliche Verantwortung gerade auf der Quartiersebene gewachsen zu sein. Welche neuen Chancen gibt es hier für die zukünftige Stadtentwicklungspolitik? Mit einem Projektaufruf suchen die Partner der Nationalen Stadtentwicklung nach beispielhaften Projekten.

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Bild: Pixabay

Neu im IBA’27-Netz

XR-Kommunikations-Plattform

Mit der XR-Plattform will die Agentur Lightshape eine Kommunikations- und Austauschplattform für Planerinnen und Bürger entwickeln. Sie greift dabei auf Technologien der virtuellen Realität (VR) und erweiterten Realität (Augmented Reality/AR) zurück. Durch diese kann eine völlig neue, simulierte Wirklichkeit abgebildet werden.

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Bild: IBA’27 / Sacha Rudolf

Neu im IBA’27-Netz

WeNA – Wendlingen Neue Albstraße

Die Benner Geschäftshaus GbR plant im Herzen der Innenstadt von Wendlingen ein Gewerbe- und Wohnhaus. Gegenüber des Rathauses soll in der Albstraße das »WeNA« (Wendlingen Neubau Albstraße) entstehen, das zur Reaktivierung des Stadtzentrums beiträgt.

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Bild: Stadt Kirchheim unter Teck

Neu im IBA’27-Netz

Kirchheim unter Teck: Kooperative Quartiersentwicklung Steingauquartier

Im Steingauquartier in Kirchheim unter Teck werden bis 2023 auf 3,5 Hektar etwa 350 Wohnungen gebaut, die sich durch bauliche und soziale Vielfalt auszeichnen. Kirchheim will hier beispielhaft eine sozial und städtebaulich ambitionierte Stadtentwicklung im urbanen Verdichtungsraum realisieren.

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Bild: atelier kaiser shen

Neu im IBA’27-Netz

Altbach: Haus Bristle

In Altbach im Landkreis Esslingen wird das »Haus Bristle« geplant. Als Reaktion auf knappen Wohnraum in der Region Stuttgart testen die Bauverantwortlichen neue Wohntypologien und -formen. Die individuelle Wohnfläche wird reduziert und durch barrierefreie Gemeinschaftsflächen ergänzt. Ziel ist eine hohe Wohnqualität bei geringem Flächenverbrauch. Dafür entstehen zwei Gebäude mit vier Geschossen und insgesamt zwölf Wohnungen.

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Veranstaltungen

14.09.20

HEUTE: Informationsabend zum OTTO-Quartier

Aus den ehemaligen Industriebauten im Otto-Areal in Wendlingen soll ein urbanes Quartier mit Wohnungen sowie Gewerbeflächen für zukunftsfähige Arbeitsplätze entstehen. Projektträger und die Stadt informieren über die Pläne. Der Info-Abend wird live ins Internet gestreamt […] Weiterlesen ...

28.09. – 30.10.20

Ausstellung: Sindelfingen Urban

Unter der Leitfrage »Wie wollen wir leben? – Sindelfingen Urban« sind im Rathaus Sindelfingen Ideen und Entwürfe von Studentinnen der RWTH Aachen zur Konversion des Krankenhausareals zu sehen. Weiterlesen ...

22.10.20

Kann Bauen auch innovativ sein?

IBA’27-Intendant Andreas Hofer, Professor Matthias Schuler von Transsolar, Professor Dirk Hebel vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und weitere Gäste diskutieren über die Frage, ob Bauen innovativ sein kann und was wir tun müssen, um die ökologischen Auswirkungen des Bauens und der Bauindustrie zu minimieren. Weiterlesen ...

29.10.20

HFT meets IBA #3: Smart Mobility in Smart Grids

Impulse zur Stadt der Zukunft: Bei der Veranstaltungsreihe »HFT meets IBA« kann durch die Augen von Forscherinnen geblickt werden. Sie berichten, welche Zukunftsthemen übermorgen im Bauwesen, der Stadtentwicklung und innerhalb der städtischen Gesellschaft diskutiert werden. Weiterlesen ...

30.10.20

»Wände | Walls«: Expertenführung Kunstmuseum Stuttgart

Als Teil des Begleitprogramms der Ausstellung »WÄNDE I WALLS« des Kunstmuseums Stuttgart stellen Andreas Hofer, Intendant der IBA’27, und zwei weitere Expertinnen jeweils ein Kunstwerk der Ausstellung vor. Weiterlesen ...

23.–24.11.20

Grün und gut!? Wege zur klimaresilienten Stadt von morgen

Tagung der Evangelischen Akademie Bad Boll aus der Reihe »Impulse für die IBA«: Dort wird die Frage gestellt, welche Bedeutung der »Grünen Stadt« für das urbane Leben von morgen zukommt. Weiterlesen ...